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Nachgedacht – Juden und Christen

Judenfeindlichkeit ist ein Thema. Auch heute im 21. Jahrhundert.

Erschreckenderweise hat der Mensch aus der Geschichte nicht gelernt. Millionen Juden sind im Nationalsozialismus grausam ermordet worden. Das soll bewusst gemacht werden: Filme versuchen die Tragik dieser Geschehnisse bis heute zu versinnbildlichen. Bücher arbeiten Ursprung, Entwicklung und Höhepunkt des Judenhasses auf. Opfer kommen zu Wort, bekommen ein Gesicht.

„Die katholische Kirche schwieg.“
„Papst Pius XII. ordnete sich Hitler unter.“
„Die Juden sind schuld am Kreuzestod Jesu.“
So äußerten sich wohl viele zur Rolle der katholischen Kirche im Nationalsozialismus.

Welche Fehler auch immer in der Mitte des 20. Jahrhunderts begangen wurden, mit dem 28. Oktober 1965 wurde alles anders: Papst Paul VI. verkündete rechtskräftig das Dokument „Nostra Aetate“ („In unserer Zeit“) über die Beziehung der katholischen Kirche zu den anderen Religionen.

Die Kirche „beklagt“ in der prägnant formulierten Erklärung die Verfolgungen der Juden, sieht sie wörtlich nicht „als von Gott verworfen oder verflucht“, will „die gegenseitige Kenntnis und Achtung fördern“.

Starke Worte – die Päpste Johannes Paul II., Benedikt XVI. und aktuell Franziskus standen bzw. stehen vor der Herausforderung, diese Gedanken weiterzudenken. Auszusprechen, was viel zu wenig ausgesprochen wurde.

Ein Jude ist nicht nur Jude, er ist vor allem Mensch.