Barmherzigkeit in Österreich angekommen

In den Diözesen Österreichs werden in diesen Tagen die Heiligen Pforten von über 50 Jubiläumskirchen geöffnet. Papst Franziskus steckt auch die Österreicher mit dem Barmherzigkeitsfieber an. Radio Vatikan hat mit dem Sprecher der österreichischen Bischofskonferenz, Paul Wuthe, und der ehrenamtlichen Vorsitzenden der Katholischen Jugend Österreich, Sophie Matkovits, über die Highlights im österreichischen Heiligen Jahr der Barmherzigkeit gesprochen. Beide sind sich einig, dass Franziskus für das „österreichische“ Heilige Jahr eine essentielle Rolle spielt. Wuthe: „Papst Franziskus ist in der Öffentlichkeit so etwas wie ein Prophet der Barmherzigkeit.“ Matkovits: „Er kann es vorleben. Er ist einer der wichtigsten Zeugen. Er ist der, der vorangeht und uns zeigen kann, wie man barmherzig sein kann.“

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Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: Wir sind gerufen, Handelnde zu sein und Not zu lindern. Papst Franziskus: Gott ist nicht gleichgültig!

Im Herzen Europas: Barmherzigkeit für die Flüchtlinge

Barmherzigkeit ist im Herzen Europas durch die großen Flüchtlingsströme ein großes Thema. Die Kirche in Österreich setzt viele Aktionen, um für die Menschen da zu sein, die ins Land kommen: „In Österreich haben in den letzten Wochen und Monaten sehr viele Flüchtlinge eine Aufnahme gefunden oder zumindest auf der Durchreise ein Bett und eine Mahlzeit und ein Dach über dem Kopf“, so Wuthe. „Hier wird klar, dass Barmherzigkeit nicht etwas süß Frommes ist, sondern konkret gelebte Nächstenliebe. Christen diskutieren nicht über Obergrenzen bei der Aufnahme von Flüchtlingen, sondern Christen sollen versuchen, Menschen in Not zu helfen. Diese Botschaft der Barmherzigkeit, des Heiligen Jahrs der Barmherzigkeit, ist in Österreich angekommen und ist daher eine hoch politische.“

Österreich ist bereits aktiv geworden: Die Tatsache, dass Tausende Menschen auf der Flucht nach Österreich strömen, lässt vor allem die jungen Österreicher/-innen nicht kalt, betont Matkovits: „Ich glaube, dass Barmherzigkeit uns Jugendliche im Heute viel mehr ansprechen muss und eine offenere Haltung immer mehr und öfter denn je gefragt ist. Wir sind im Moment in einer Flüchtlingskrise, wir haben eine Ausnahmesituation, was die Flüchtlinge angeht. Es ist ein ständiger Wandel der Gesellschaft mit extrem vielen globalen Einflüssen, und da ist es wichtig, dass wir in dieser vielfältigen Gesellschaft die offene Haltung stets bewahren.“

Katholische Jugend: Nächstenliebe relaoded und 72 Stunden soziale Action

Der Begriff Barmherzigkeit wirke auf den ersten Blick veraltet, merkt
Matkovits an. Für sie persönlich sei Barmherzigkeit jedoch eine sehr positive und offene „Einstellung“. Deshalb werde auch die Katholische Jugend Österreich das Thema in diesem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit angehen: „Die Katholische Jugend hat sich heuer den Arbeitstitel ‚Habt‘s euch gern ausgesucht. Wir wollen uns dem Thema Solidarität und Nächstenliebe verstärkt widmen und beginnen das Jahr mit einer jugendpastoralen Woche mit dem Titel „Nächstenliebe reloaded“, wo wir uns die Fragen stellen: Wie ist es jetzt, wenn Flüchtlinge in unserer Pfarre sind? Wie gehen wir mit anderen Glaubensrichtungen in der Praxis um? Dann gibt es auch interreligiöse Schulworkshops, die wir anbieten und wir haben 72 Stunden-Jahr 2016, die größte Sozialaktion Österreichs wird wieder starten.“

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Junge Menschen bringen sich aktiv im Jahr der Barmherzigkeit ein.

Der Erfolg dieser karitativen Aktion verbirgt sich in den fixen Rahmenbedingungen:  Jugendliche Freiwillige haben 72 Stunden Zeit, um in Gruppen gemeinnützige Aufgaben zu lösen.  Abgesehen von dieser nationalen Großinitiativ in Österreich gibt es im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit besondere liturgische Feiern, Wallfahrten, Konzerte, Jugendtreffen, Sporttage oder Fastenmeditationen. Die Diözese Klagenfurt hat die Veranstaltungen dieses Jahres sogar in einem Buch zusammengefasst. Paul Wuthe hat auf ein spezielles Highlight im Heiligen Jahr hingewiesen: „Besonders kreativ ist die Idee mehrerer Diözese, nicht nur Pforten an bekannten, großen Wallfahrtskirchen zu eröffnen, sondern auch eigene, mobile heilige Pforten anzubieten, die dann durch die Diözese wandern; durchaus auch sehr künstlerisch gestaltet, so etwas hat die Diözese Linz, Feldkirch, St. Pölten und die Erzdiözese Wien vor.“

(veröffentlicht auf Radio Vatikan am 10.12.2015, Markus Andorf)

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