Fassungslosigkeit – Ein ganzer Kontinent hält den Atem an

An diesem Samstag Vormittag scheint in Rom alles seinen normalen Gang zu nehmen. Römer wuseln durch die Straßen. In der Lieblingsbar wird ein schneller Cappuccino getrunken. Hunde bekommen im Park um die Engelsburg ihren morgendlichen Spaziergang. Idylle in der Großstadt.

In einer anderen Großstadt Europas ist von dieser Idylle wenig zu spüren. Paris – die Stadt der Liebe. Unschuldige Menschen sind in einem Akt puren Hasses in der Nacht gestorben. Väter, Mütter, Touristen, Pariserinnen und Pariser. Menschen. Zumindest 128 Menschen. Tot.

DSC_0289

Leere. Verzweiflung. Bedrückung. So fühlt sich Europa im Moment.

Die großen Köpfe Europas sind ohnmächtig. Der französische Staatspräsident Francois Hollande ruft den Ausnahmezustand in Frankreich aus. Das Land sei in der Nacht von „beispiellosem Terror“ erfasst worden. Die deutsche Bundeskanzler Angela Merkel bezeichnet die Anschläge als einen „Albtraum von Gewalt, Angst und Terror“. Die österreichische Regierungsspitze reagiert entsetzt und erhöht die Sicherheitsmaßnahmen im Land. Papst Franziskus äußert sich bestürzt: „Ich bin bewegt und betrübt und verstehe das nicht.“ Er sieht darin ein Stück von dem „Dritten Weltkrieg“, von dem er immer wieder spreche.

Was ist jetzt zu tun? Am Tag nach der Katastrophe weiß das keiner so recht. In einem Punkt sind sich dennoch alle einig – ob europäische Politiker, kirchliche Vertreter, der Dachverband jüdischer Gemeinden und Organisationen in Frankreich oder der Groß-Imam der al-Azhar-Moschee in Kairo: Dem Terrorismus muss noch entschiedener der Kampf angesagt werden.

Wie das konkret passieren kann und soll, ist unklar. Auf diplomatischem Weg Lösungen herbeizuführen, ist fehlgeschlagen. Der Terror in vielen Teilen der Welt nimmt zu. Menschen sterben.
Ich kann die Welt nicht verändern. Ich kann nur mich selbst fragen, wie ich in meinem Leben mit Konflikten umgehe, wie ich auf meinen Mitmenschen zugehe, wie ich in meiner kleinen Welt Frieden lebe. Das ist keine Lösung, nicht einmal ein Lösungsansatz, aber ein erster kleiner Schritt zu mehr Frieden in dieser Welt.

Rom am Samstag Nachmittag: Wolken ziehen über die Engelsburg und den Petersdom. Römer wuseln noch immer durch die Straßen. Wenn für viele Römer auch der normale Alltag weitergeht: Die Anschläge von Paris werden Europa und die Welt verändern. Sie haben es schon getan.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s